Autoimmun-Erkrankungen: Wenn der Körper sich selbst zerstört
Das Immunsystem soll unseren Körper eigentlich vor Krankheiten schützen. Doch manchmal geschieht genau das Gegenteil: Das Immunsystem greift plötzlich gesunde Körperzellen an, anstatt Viren und Bakterien zu bekämpfen. Das fehlgesteuerte Immunsystem kann den Körper zerstören. "Eine frühzeitige Erkennung der Autoimmun-Erkrankung ist wichtig", sagt Professor Dietrich Kabelitz vom Institut für Immunologie am Universitätsklinikum in Kiel. Denn je eher mit der Behandlung begonnen wird, desto besser sind die Überlebenschancen. Doch genau diese frühe Diagnose erweist sich oft als schwierig.
Wie viele Autoimmun-Erkrankungen es gibt, ist unklar. Auf der Liste der Deutschen Gesellschaft für Autoimmun-Erkrankungen stehen derzeit mehr als 60 Krankheiten. Besonders häufig sind zum Beispiel Diabetes Typ 1, Multiple Sklerose oder Rheuma. "Bei diesen Erkrankungen sind die Symptome sehr charakteristisch, sie sind also leicht zu diagnostizieren", erklärt Kabelitz. Etwa fünf Prozent der Bevölkerung in Deutschland leiden an diesen häufigen Autoimmun-Erkrankungen. "Es gibt aber andere Formen, die komplexer sind", sagt der Mediziner. Betroffene müssen meist lange suchen, bis sie einen Arzt finden, der die Ursache ihrer Beschwerden findet.

