Euro-Sondergipfel: "Das machen wir nur für Griechenland"

Veröffentlicht auf von leon-wunder.over-blog.de

Gipfel beschließt Beteiligung der Banken
"Das machen wir nur für Griechenland"
Die Euro-Länder nehmen im Kampf gegen die Schuldenkrise einen Tabubruch in Kauf: einen teilweisen Zahlungsausfall Griechenlands. Dazu wird es wohl kommen, weil erstmals private Gläubiger an den Kosten des neuen Rettungspakets beteiligt werden. Der Euro-Gipfel beschloss Hilfen in Höhe von 109 Milliarden Euro. Kanzlerin Merkel sprach von einem wichtigen Etappenziel.
Gipfel beschließt Beteiligung der Banken

Licht und Linie von "Teufel"

"Das machen wir nur für Griechenland"
Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte nach dem Sondergipfel, bei der Stabilisierung Griechenlands sei eine wichtige Etappe erreicht worden. Doch sei dies "kein Befreiungsschlag", weil Griechenland noch einen langen Prozess vor sich habe. Die Euro-Zone habe Handlungsfähigkeit bewiesen. An die Adresse der heimischen Steuerzahler unterstrich die Kanzlerin: "Was wir in diesen Zeiten aufwenden, bekommen wir um ein Vielfaches zurück." Die Kanzlerin sicherte Griechenland volle Solidarität zu: "Wir werden Griechenland zur Seite stehen."

Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy sagte mit Blick auf die Bankenbeteiligung: "Das machen wir nur für Griechenland, wir werden es für kein anderes Land der Euro-Zone machen. Wir sagen klar und deutlich, dies ist ein Sonderfall."
Gipfel beschließt Beteiligung der Banken

Insbesondere die Europäische Zentralbank (EZB) hatte sich lange gegen die Einbeziehung privater Gläubiger gewehrt, weil sie Turbulenzen an den Finanzmärkten fürchtet, wenn Ratingagenturen den Zahlungsausfall Griechenlands feststellen. "Wir werden sehen, was passiert," sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet. Die EZB nimmt bisher griechische Anleihen von Banken als Sicherheit an - das wäre aber nicht möglich, wenn Griechenland als zahlungsunfähig gilt. Dies hätte vor allem für griechische Banken enorme Probleme zur Folge, weil sie dann große Schwierigkeiten hätten, bei der EZB noch Geld zu leihen.

Deshalb hatte Trichet sich lange gegen alle Optionen gestemmt, die einen Zahlungsausfall zur Folge haben. Dieser galt aus EZB-Sicht als Tabu. Doch hierfür fanden die Euro-Staaten eine Lösung: Sie stellen als Absicherung bis zu 35 Milliarden Euro bereit, damit die EZB weiter griechische Anleihen als Sicherheit akzeptieren kann. Zusätzlich stehen laut der Einigung 20 Milliarden Euro für Finanzspritzen an griechische Banken bereit.
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Licht und Linie von "Teufel"

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