Mutmaßliche Terroristen vor Ermittlungsrichter
Von Holger Schmidt, SWR
[Bildunterschrift: In diesem Haus in Düsseldorf soll einer der mutmaßlichen Terroristen gewohnt haben. ]
Am Freitagmorgen griffen Beamte des Bundeskriminalamts kurzfristig zu: Zwei der drei Beschuldigten wurden in Düsseldorf festgenommen, einer in Bochum. Bei der Festnahme kam es zu einem Zwischenfall: Einer der Männer soll die Beamten mit einem Messer angegriffen haben. Es handelt sich bei den mutmaßlichen Terroristen nach Informationen des SWR-Hörfunks um den 29-jährigen Abdelatin E.K., der als Anführer der Gruppe gilt sowie um die 31- und 29-jährigen Jamil S. und Ahmet C. Sie sollen aus Marokko stammen und schon länger in Nordrhein-Westfalen gelebt haben.
Deckname "Komet"
Der Generalbundesanwalt wirft ihnen vor, für das Terrornetzwerk Al Kaida von Osama bin Laden Anschläge in Deutschland geplant zu haben. Der genaue Anschlagsplan habe dabei noch nicht festgestanden, sagte ein Ermittler dem SWR. Unter dem Decknamen "Komet" wurden die drei Männer schon seit mehreren Monaten vom Bundeskriminalamt überwacht. Vor zwei Wochen reichten die Anhaltspunkte zur Eröffnung eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens des Generalbundesanwalts.
Die Beamten bekamen offenbar mit, wie sich die Gruppe auf einen Anschlagsplan nach Art der so genannten "Sauerlandgruppe" vorbereitete: Mit handelsüblichen Chemikalien sollte ein selbstgemachter Sprengstoff hergestellt werden. Allerdings sollen die Dimensionen kleiner gewesen sein als 2007 bei der Sauerlandgruppe. Diese hatte mehr als 400 Liter Chemikalien beschafft.